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Klimatische und
politische Zustände
Bei Reisen nach Tibet bewegen Sie sich meist auf Höhen um 3.500m - 4.000m über
dem Meer, überqueren auf den Überlandtouren aber auch Pässe von über 5.000m. Die
"automatische" Atmung im Schlaf ist nicht auf die dünne Luft eingestellt, so
dass man teilweise (besonders in der ersten Zeit) schlecht schläft. Häufiges Aufwachen
zum tieferen Durchatmen in der Nacht und "Katergefühl" am Tag können
auftreten. Kopfschmerzen, Darmprobleme, Unaufmerksamkeit und Ähnliches sind ebenfalls
möglich. Während des Aufenthaltes in großer Höhe unbedingt körperliche Anstrengungen vermeiden
und viel trinken! Wegen der extremen Temperaturschwankungen sollte die Kleidung im
"Schalensystem" zusammengestellt werden, so dass man je nach Bedarf etwas über-
oder ausziehen kann.
Etwa 50km beidseitig der Nepal-Tibet - Grenze besteht
besonders von Juni bis Mitte September erhöhte Gefahr von
Erdrutschen und Steinschlägen. Hier ist besondere Vorsicht geboten. Auch können
Fußmärsche (100m bis mehrere km) unvermeidlich werden. Einheimische stehen in der Regel
gegen auszuhandelndes Entgelt als Gepäckträger zur Verfügung. Zwischen
verschütteten Straßen eingeschlossene Fahrzeuge unterhalten gelegentlich
eine Art Pendelverkehr und verlangen in Anbetracht der Gefahren für Leben
und Fahrzeug durch abgerutschte Straßen und Steinschlag saftige Preise für
den Personentransport. Für den Transfer zwischen Kathmandu und der
tibetischen Grenze ist daher in der Monsunzeit der zweifache Fahrpreis zu
entrichten.
Die politischen Verhältnisse in Tibet sind bekanntermaßen schwierig und
kompliziert. Während
die meisten Tibeter eine größere oder volle Unabhängigkeit von der Zentralregierung in
Peking, bzw. größere religiöse, kulturelle und wirtschaftliche Freiheiten anstreben,
betrachtet die chinesische Regierung Tibet als einen untrennbaren Teil ihres Territoriums,
welches aus "mittelalterlicher autokratischer Herrschaftsform befreit"
wurde. Kritik aus dem Ausland wird als "Einmischung in die inneren Angelegenheiten
Chinas" betrachtet. Die Zerstörung fast aller Tempel und Klöster während der
"großen proletarischen Kulturrevolution" (1966 - 1976) betraf nicht nur Tibet, sondern das ganze chinesische
Territorium und wird heute in ganz China allgemein bedauert.
Durch massenhaften Zuzug von Han-Chinesen, besonders aus der
überbevölkerten Nachbarprovinz Sechuan und
"Modernisierungsmaßnahmen" wie Haus- Gewerbe- und Straßenbau,
resultieren erhebliche Veränderungen der Ortsbilder sowie des ökologischen
und kulturellen Gefüges.
Gelegentlich aufkeimende Unabhängigkeitsbestrebungen werden von der
Zentralregierung in Peking und ihren Statthaltern in Tibet als
"Separatismus" mit harter Hand
im Keim erstickt. Touristen werden bei solchen Vorfällen möglichst ferngehalten. Es kann
daher vorkommen, dass bestimmte Sehenswürdigkeiten (z. B. Klöster),
einzelne Gebiete oder
gar die ganze "Autonome Region Tibet" zeitweise nicht besucht
werden können. Auch die Präsenz und Kontrollen chinesischer Soldaten
werden von den Kunden oftmals als lästig empfunden.
Persönliche Voraussetzungen
Wir weisen darauf hin, dass eine Reise nach Tibet recht anstrengend
sein kann und eine Belastung für den Organismus darstellt. Wegen der großen Höhe empfehlen wir
jedem, insbesondere Personen mit Herz- und Lungenproblemen sowie Blutkrankheiten dringend,
vor der Buchung einen Arzt zu konsultieren. Außerdem ist eine tolerante Haltung gegenüber den Problemen und
Unwägbarkeiten der Natur und der politischen Situation gefordert, sowie kameradschaftliches
Verhalten gegenüber den Betreuern und Mitreisenden.
Empfohlene Ausrüstung
- Wegen
der extremen Temperaturschwankungen sollte die Kleidung im
"Schalensystem" zusammengestellt werden, so dass man je nach
Bedarf etwas über- oder ausziehen kann.
- Warme lange Hosen und bequemes festes Schuhwerk, warme Kopfbedeckung und Handschuhe,
warme Unterwäsche, Trainingsanzug.
- Mundschutz (oder Schal) gegen die oft extreme Staubentwicklung, Sonnenbrille und Ersatzbrille für
Brillenträger, Lippenschutz (Labiosan oder ähnliches), Creme (Vaseline) zum Schutz der
Haut, Sonnenschutz.
- kleine Reiseapotheke (Vitamintabletten, Schmerzmittel, Antibiotikum.
Mikropur zur Wasserreinigung, Immodium o. ä. gegen Durchfall etc., am besten Hausarzt
konsultieren)
- Traubenzucker, Schokolade, Wurst, Käse o. ä. für den persönlichen Bedarf
- Besteck,
Trinkbecher, Feldflasche, Dosenöffner, Taschenlampe und Batterien, Toilettenpapier,
Papiertaschentücher
- Schlafsack und Handtuch bei Überlandtouren (die Unterkünfte haben zwar in der
Regel genügend Decken, aber es können Überbuchungssituationen oder längere
Aufenthalte im Fahrzeug bei einer Panne vorkommen).
Reisebegleitung
Der (die) englischsprechende Reiseleiter(in) (deutsch-sprechende
nur gegen Aufpreis buchbar) wird durch die tibetische
(chinesische) Agentur gestellt. Die Reiseleiter Han-Chinesischer
Volksgruppenzugehörigkeit haben oft die besseren Sprachkenntnisse; die Reiseleiter
tibetischer Volksgruppenzugehörigkeit hingegen kennen sich meist besser in kulturellen,
geografischen, organisatorischen und
religiösen Belangen aus. Da die Reiseagenturen in Tibet halbstaatlich
geführt werden und strikter Kontrolle durch Polizei, Militär oder
Geheimdienste unterliegen, haben wir keinen Einfluss auf die Art, ethnische Zugehörigkeit
und Ausbildung des Reiseleiters. Nur bei großen Gruppen (etwa ab 15 Teilnehmer) oder auf
besonderen Wunsch: deutsche Reiseleitung. Die Fahrer sind meist geschickte, aber teilweise wilde Gesellen. Sollte Ihr Fahrer
tagsüber Alkohol trinken, zu schnell oder gefährlich fahren, sollten Sie ihn zur
Mäßigung auffordern und notfalls damit drohen, nicht weiter mitzufahren.
Gelegentliche Stops zu privaten Besuchen oder Besorgungen, aber auch zur
Erkundung über die Straßenverhältnisse sind üblich. Soziale Kontakte
können in der endlosen Bergwelt in Notfällen hilfreich sein. Unnötig langes Wartenlassen
durch das Personal sollte man aber nicht hinnehmen.
Unterkünfte
In Lhasa gute Mittelklassehotels mit Bad. Ansonsten im Lande
"Chinesisches Hotel"
(großer Kasten, teilweise mangelhafter Service) oder "Tibetisches
Gästehaus" (einfaches Gebäude teilweise nur Plumpsklo und
Waschschale, manchmal familiärer
Service). In abgelegenen Gebieten, besonders im Westen Tibets sind die
Unterkünfte oft einfachste kasernenartige Gebäude. Falls nicht genügend Doppelzimmer vorhanden, erfolgt notfalls
(sehr selten) die Unterbringung
im Mehrbettzimmer oder Zelt. Da gelegentlich die Sauberkeit der Decken und
Handtücher in den Unterkünften zu wünschen übrig lässt, empfehlen wir
anspruchsvollen Kunde die Mitnahme von Hüttenschlafsack und Handtuch.
Verpflegung
Im Reisepreis ist grundsätzlich nur das Frühstück eingeschlossen. Mittag- und
Abendessen kann in den Hotels oder in kleinen Restaurants und Suppenküchen
eingenommen werden. Da es auf der Überlandfahrt von Lhasa nach Kathmandu wegen der schwierigen
Straßen- und Wetterverhältnisse vorkommen kann, dass man kein geöffnetes Restaurant
erreicht bzw. die "lunch box" wenig schmackhaft ist, ist die Mitnahme von etwas Notverpflegung (z. B. Brot, Wurst, Käse. Konserven,
Schokolade, Bergsteigernahrung) und Wasser angeraten. Diese kann auch in
Kathmandu oder in Lhasa eingekauft werden.
Transporte
Je nach Größe der Teilnehmerzahl und Verfügbarkeit von Fahrzeugen werden die
Überland- bzw. Besichtigungstouren in der Regel mit Geländewagen,
gelegentlich auch mit PKW, Minibussen oder Bussen durchgeführt. Selten werden Gruppen, die zur gleichen Zeit die gleiche Route nehmen. von der
chinesischen Agentur zusammengelegt. Der Zustand der Fahrzeuge ist wegen der schwierigen
Straßenzustände sehr unterschiedlich; darauf haben wir leider keinen Einfluss.
Ersatzprogramm
Wenn die Tibetreise über Nepal geführt wird und nach
Buchung der Reise der Besuch Tibets durch politische Bedingungen (z.B. Unruhen) oder
Wetterprobleme (z.B. Überschwemmungen) unmöglich wird, wird den
Kunden in Nepal ein gleichwertiges Ersatzprogramm geboten, welches den
Besuch Tibetischer kulturhistorischer Sehenswürdigkeiten und
Überlandfahrten durch die Bergwelt einschließt. Wenn die Tibetreise über
China geführt wird, gilt das gleiche für ein Ersatzprogramm in China.
Gelegentlich werden einzelne Distrikte, Straßen oder Sehenswürdigkeiten
von den chinesischen Behörden willkürlich für den Verkehr bzw. Besuch
gesperrt. Ihre Reiseleitung bemüht sich dann um das bestmögliche
Ersatzprogramm oder die Rückkehr nach Lhasa. Im Falle, dass der
Grenzübergang nach Nepal verschüttet oder sonst wie unpassierbar ist,
werden Sie ohne Zusatzkosten von unserer Agentur nach Lhasa zurück
befördert. Die Kosten für einen evt. zusätzlichen Flug aus Lhasa heraus
muss der Kunde in diesem Falle höherer Gewalt jedoch selber tragen.
Visa
Das Nepal-Visum ist bei der Botschaft oder den
Konsulaten außerhalb Nepals erhältlich, kann aber am einfachsten an jeder Einreisestelle
(Flughafen Kathmandu, Tibet-Nepal Grenzübergang) gegen Gebühr und einem
Passfoto ausgestellt werden. Da es mehrmalige Einreise nach Nepal erlaubt,
sollte man gleich ein Nepal Visum für die gesamte Zeitdauer (Nepal - Tibet
- Nepal) besorgen.
Das China-Visum für Tibet wird von den chinesischen Botschaften oder
Konsulaten nur erteilt, wenn über die chinesische Reiseagentur vom Amt für öffentliche
Ordnung ein "Tibet-Permit" ausgefertigt wurde. Dieses Tibet-Permit wird
von uns in Kathmandu bzw. in China besorgt. Nach Ankunft der Reiseteilnehmer in Kathmandu
sammeln wir die Pässe mit 1 Passbild und den Visagebühren ein,
und besorgen das Visum. Das Visa-Büro in Kathmandu ist nur geöffnet So. - Fr. von
8 - 11 Uhr und 13 - 16 Uhr. Ähnlich wie die Regelung der Chinesischen
Konsulardienste in anderen Ländern, ist die Dauer der Visaerteilung in drei
Dringlichkeitsstufen aufgeteilt:
Normal: Bearbeitungsdauer Eine Woche; Gebühr 58 US$.
Eilig: Bearbeitungsdauer Drei Arbeitstage; Gebühr 80 US$.
Top Eilig: Selber oder nächster Arbeitstag; Gebühr 114 US$.
MAYA-TREKKING erledigt die ganze Prozedur gegen Zahlung von 50 US$ pro Person.
Haftung
Während des Tibetaufenthaltes erfolgt die Betreuung durch die dortige chinesische
Agentur. MAYA-TREKKING übernimmt keinerlei Haftung für notwendige Änderungen
des Reiseverlaufs, hervorgerufen durch Straßensperren, Überflutung,
Erdrutsche, Schneefall, politische Unruhen u.ä. Ebenfalls nicht gehaftet wird für
unverschuldete Mängel bei Beförderungsmitteln innerhalb Tibets, Gepäckbeförderung,
persönliche Habe sowie für die Art und Weise der Unterbringung und Verpflegung.
Bei Unmöglichkeit oder Verzögerung der Einreise nach Tibet wegen verzögerter
oder abgelehnter Visaerteilung durch die chinesischen Behörden,
oder wegen Erdrutsch, Schneeverwehung, Überschwemmung, Flugausfall, Flugüberbuchung wird
ein Ersatzprogramm (siehe oben) organisiert. Es besteht kein Anspruch auf Minderung oder
Schadenersatz, es sei denn, der Programmausfall wurde von uns verschuldet. Der Aufenthalt
in Tibet geschieht zu jeder Zeit auf alleiniges Risiko des Kunden. Es empfiehlt sich, bei
der Buchung eine entsprechende Reiseversicherung abzuschließen.
Literaturempfehlungen:
Der
Mönch und der Philosoph: Buddhismus und Abendland. Ein Dialog zwischen
Vater und Sohn von
Jean Francois Revel, Matthieu Ricard und Christoph Vormweg von
Kiepenheuer & Witsch
Mein
Leben und mein Volk. Die Tragödie Tibets. von
Dalai Lama XIV. von
Droemer Knaur
Sieben
Jahre in Tibet: Mein Leben am Hofe des Dalai Lama von
Heinrich Harrer von
Ullstein
Der
Weg der weißen Wolken: Erlebnisse eines buddhistischen Pilgers in Tibet von
Lama Anagarika Govinda von
O.W. Barth
Das
Herz der Liebe von
Dalai Lama und Hans-Peter Bögel von
Theseus (Audio
CD - 1.
März 2010)
Das
tibetische Buch vom Leben und vom Sterben: Ein Schlüssel zum tieferen Verständnis
von Leben und Tod von
Sogyal Rinpoche, Thomas Geist und Karin Behrendt von
Knaur
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