INDIEN Reise nach Kaschmir, Zanskar, Ladakh und Nubra Tal 20 Tage
KLZN 05

1. Tag   Anreise
Abflug aus Deutschland.

2. Tag   Ankunft in Delhi - Srinagarkashmir_dal_see_es.jpg (17583 Byte)
Abholung vom Flughafen und Transfer zum nationalen Flughafen für den Weiterflug nach Kaschmir – Ankunft in Srinagar, der Sommer-Hauptstadt Kaschmirs. Transfer zu Ihrem Hausboot auf dem Dalsee. 
Ihr Boot liegt fest verankert; es ist komfortabel ausgestattet und hat 2-3 Schlafräume mit je einem Bad und WC, einen Essraum, einen Aufenthaltsraum mit Veranda und ein Sonnendeck (es können weitere Gäste in den anderen Zimmern auf dem Boot nächtigen). Es gibt ausgezeichnetes, nach Ihren Wünschen zubereitetes Essen und einen guten Service. Nachdem Sie sich ausgeruht und gegessen haben können Sie eine kleine Rundfahrt mit einer Shikara, einem gondelähnlichen, überdachten Ruderboot unternehmen.

3. Tag   Srinagar
Vormittags
kurze Fahrt zum Shankracharya-Tempel, der hoch auf dem Ihrem Hausboot gegenüberliegenden Berg liegt. Er wurde im 2. Jh.v.Chr. durch den berühmten Kaiser Ashoka erbaut, der sich sehr um die Verbreitung des Buddhismus in Indien verdient gemacht hat. Der Tempel ist heute hinduistisch und ist dem Gott der Zerstörung und Erneuerung, Shiva, geweiht, dem im gesamten Himalaya besondere Verehrung zuteil wird. Als moslemische Herrscher im 14. Jh. die hinduistischen Herrscher in Kaschmir ablösten, wurde der Tempel Takt-i-Suleiman (Thron des Salomon) genannt. So spiegelt sich in der Geschichte des Tempels die Vielfalt der Kulturen wider, die in Kaschmir ihre Spuren hinterließen und hier zu einer eigenständigen Kultur verschmolzen. – Vom Berggipfel haben Sie einen weiten Rundblick auf die Stadt mit ihren Seen und Umgebung.
Weiter geht die Fahrt am Dal-See entlang zu den Moghulgärten. Nachdem die indischen Moghulkaiser Kaschmir im Jahr 1586 nach vielen vergeblichen Versuchen erobert hatten, bauten sie für sich überall im Land Moscheen und Paläste und legten prächtige Gärten an. Die Gärten in Srinagar sind terrassenförmig angelegt. Gepflegte Rasenflächen mit Blumenbeeten laden zum Verweilen ein. Zeugen alter Zeit sind riesige Chinar-Bäume (Himalaya-Platanen). Der größte unter ihnen ist der Nishat-Garten (übersetzt: Garten der Freuden), der 1633 von Asaf Khan angelegt wurde. Einige Kilometer weiter liegt der Shalimar-Garten (übersetzt: Garten der Liebe). Er wurde 1619 von Kaiser Jehangir für seine persische Frau Nur Jahan angelegt, die wesentlich zu seiner Gestaltung beitrug. Zwei Pavillons aus Marmor, ein kleiner Palast mit Pagodendach, umgeben von quadratischen Wasserbecken mit vielen Springbrunnen und riesige Rosenbeete erfreuen den Besucher. Nach kurzer Weiterfahrt ist Harwan erreicht, wo sich an einem Berghang die Ausgrabungen einer buddhistischen Klosteranlage aus dem 3.Jh. n.Chr. befinden. Hier wurden wunderschöne große Terracotta-Fliesen mit den Abbildungen von Menschen, Tieren und Pflanzen gefunden, von denen ein Teil im Museum von Srinagar zu sehen ist. Von der Anlage aus schöner Blick auf das Tal.
Nachmittag:  Besuch des Museums. Es sind viele Statuen und Reste von Tempelbauten zu sehen, die in Kaschmir ausgegraben wurden. In einem Saal werden wunderschöne, alte Kaschmir-Schals gezeigt, deren meisterhafte Anfertigung Kaschmir im 18./19. Jahrhundert bei der Damenwelt Europas bekannt gemacht haben. (einen schenkte Napoleon seiner Josephine und Queen Victoria von England erhielt jedes Jahr drei dieser Schals aus Kaschmir).

4. Tag   Srinagar  Tagesfahrt nach Gulmarg
Auf dem Weg nach Gulmarg geht es zuerst nach Parihasapura, wo Sie die Reste einer buddhistischen Klosteranlage und die Grundmauern der wohl größten Stupa der Welt sehen können (8./9. Jh.n.Chr.) Sie stammen aus der Zeit König Lalitadityas, dem eine Reihe großartiger Tempelbauten zu verdanken sind. Er wollte hier seine neue Hauptstadt errichten (ein Projekt, das auch die heutige Landesregierung ins Auge gefasst hat, worauf die Grundstückspreise kräftig anstiegen!)
 Es geht weiter in Richtung Gulmarg nach Khanihama,
wo früher die in aller Welt berühmten Khani-Schals (lange, große Schals handgewebt aus farbiger, hauchdünner Kaschmirwolle) angefertigt wurden und wo heute mit viel Erfolg die alten Muster aus der Moghulzeit  nachgewebt werden.
Herrliche Landschaften mit, grünen Feldern umgeben von Bergen, begleiten Sie auf der Fahrt nach Gulmarg. Die Straße steigt an und Sie fahren durch dichte Zedernwälder, die immer wieder den Blick freigeben auf weite Tallandschaften, hinter denen sich die hohen Berge des Karakorums erheben, von denen Sie den Nanga Parbat mit ein wenig Glück heute erspähen können. Gulmarg (übersetzt: Blumenwiese) zieht zu jeder Jahreszeit Touristen aus aller Welt an. Auf der riesigen Hochalm kann man Golf spielen, Pferde reiten, im Winter Ski und Schlitten fahren. Seit kurzem ist die Attraktion Gulmargs eine Gondel, die bis zu einem Berggipfel in 4000 Metern Höhe führt, von dem man einen sehr weiten Blick auf die 7- und 8tausender des Karakorums hat, unter ihnen der Nanga Parbat. Diese höchste Gondel der Welt zieht im Winter auch viele Skifahrer aus dem Westen an, die von hier steile Hänge oder gemütliche Pisten hinabfahren. Nach der Gondelfahrt Picknick auf einer grünen Wiese. Wenn noch Zeit ist, können Sie sich auch auf eines der kleinen Pferde wagen, die immer von einem Mann begleitet werden und damit die Gegend erkunden. (im Sommer sind eine Menge Affen zu sehen!).

5. Tag   Srinagar
Vormittag: Fahrt in die Altstadt Srinagar, wo Sie sich in manchen Vierteln in die alten Zeiten der Zünfte Europas zurückversetzt fühlen. Zuerst werden Sie die Shah-Hamadan-Moschee sehen, ein Juwel kaschmirischer Holzarchitektur, erbaut wahrscheinlich um 1384. Beim Bau wurde ohne Nägel gearbeitet. Das pagodenähnliche Dach mit seinem schirmförmigen Dachreiter zeigt buddhistische Reminiszenzen und ist typisch für den kaschmirischen Baustil der frühen Moslemzeit. Die Außenwände zieren farbenprächtige Lackmalereien. Nur Moslems wird Eintritt gewährt. Ganz in der Nähe steht das Grabmal von Zain-ul-Abidins Mutter: Der Kuppelbau aus dem 15. Jh. steht sichtbar auf den Resten eines Hindu-Heiligtums und die ihn umgebende Mauer mit ihren typischen Bögen stammt ebenfalls aus Hindu-Zeiten. In den alten Gräbern an dem Mausoleum liegen die sterblichen Überreste des Königs Zain-ul-Abidin (regierte von 1417 – 1469), auch Badshah genannt, den die Kaschmiris noch heute wegen seiner segensreichen Herrschaft verehren, und anderer berühmter Männer des moslemischen Kaschmir.
Weiter geht es zur Jamia-Moschee, der größten Moschee Srinagars, erbaut 1402, mehrmals abgebrannt und wieder aufgebaut. Der heutige Bau ist ein typisches Beispiel für den indo-sarazenischen Baustil. Über 400 Pfeiler aus Zedernholz tragen die riesige Konstruktion mit Pagodendach und den typischen schirmförmigen Dachreitern. Diese Moschee kann auch von Nicht-Muslims betreten werden. Vor der Moschee befindet sich ein großer Markt, in dem man besonders günstig große Mengen von Gewürzen kaufen kann, die für die üppigen kaschmirischen Hochzeitsessen benötigt werden. Bummel durch die Altstadt mit ihren zahlreichen Basaren und alten Häusern mit holzgeschnitzten Balkons. Nachmittag zur Ihrer Verfügung.

6. Tag   Srinagar - Kargil
Morgens Abfahrt nach Kargil (Srinagar-Kargil 204 km). Zuerst geht es nach Kangan, wo an einem Tee-Stand etwas getrunken werden kann. Dann wird die Landschaft immer bergiger. Die Straße führt am reißenden Sindh-Fluss entlang durch dichte Wälder und Wiesen bis nach Sonamarg (übersetzt: Goldwiese), das nach ca. 2 ½ Stunden erreicht ist. Dort Rast. Von hier aus gehen die Wanderungen über Baltal zur Armanath-Höhle und über Vishensar zum Gangabal-See in über 4000 m Höhe. Dann geht die landschaftlich sehr schöne Fahrt in vielen Kehren auf zum Teil ausgewaschener Straße hinauf zum Zoji-La-Pass (Vier-Dämonen-Pass) in 3.525 m Höhe; er ist von November bis Mai wegen hohen Schnees gesperrt, sodass Ladakh in dieser Zeit nur mit dem Flugzeug erreicht werden kann. Jetzt haben Sie das grüne Kaschmir hinter sich gelassen und Sie tauchen ein in eine völlig andere Landschaft: riesenhafte, aride Gebirgslandschaften, anfangs noch Schnee bedeckte Berge mit vielen Gletscherabbrüchen und Weideflächen, dann immer trockener werdend. Der erste Ort hinter dem Pass ist in ca. 1 - 2 Stunden erreicht. Es ist Dras, der zweitkälteste Ort der Erde mit Temperaturen im Winter bis zu 40 Grad Minus. Seine Bewohner sind heute Moslems. Hier müssen Sie sich, wie später öfter in Ladakh, in ein polizeiliches Register eintragen. Hinter Dras (bei km 148) tauchen auf der linken Straßenseite die ersten buddhistischen Steinskulpturen mit Buddha Maitreya und Avalokiteshvara auf (ca. 9./10. Jh.). Nun beginnt die Landschaft immer karger und die Bergformationen immer bizarrer zu werden. Die Luft ist dünn und klar, so dass alle Farbeindrücke intensiver sind. Nach ca. 2-stündiger Fahrt entlang des Dras-Flusses, der in den Suru-Fluss einmündet, ist Kargil erreicht. Hier gibt es viel Militär. Sie dürfen deshalb keine militärischen Anlagen oder Brücken fotografieren (wie überall in Ladakh). Da Kargil der größte Ort der Gegend ist, herrscht hier immer reges Markttreiben mit einem bunten Völkergemisch: mongolische Baltis, Ladakhis, Darden (mit länglichen Gesichtern und blauen Augen), Inder, Siks, Kashmiris. Übernachtung in einem einfachen, sauberen Hotel.

7. Tag   Kargil - Padum (235 km)ladakh_zanskar_padam_tal_mit_pipiti_es.jpg (19665 Byte)
Frühmorgens Abfahrt von Kargil. Es geht entlang des wild schäumenden Suru-Flusses durch das gleichnamige grüne Tal, durch Dörfer mit moslemisch-schiitischer Bevölkerung, die von den reichen Erträgen ihrer Felder lebt. Hinter Panikkar wird die Bergwelt dramatischer und rückt näher an die Straße, die ab Parkatschik nur noch eine bessere Jeeppiste ist. Gleich hinter dem Ort sieht man rechts die Abbrüche des Shafat-Gletschers in den brausenden Fluss, der Sie eine Weile begleitet. Ebenfalls rechter Hand sind ab Parkatschik die höchsten Berge des heutigen Kashmirs, die Berge Nun und Kun (7.135 m) zu sehen. Dann öffnet sich das Tal und Sie gelangen entlang Blumen übersäter Wiesen, vorbei an neugierigen Murmeltieren zur sumpfigen Hochebene von Rangdom. Die Ebene ist umsäumt von hohen, vielfarbigen Bergen. In der Ferne steht auf einem kleinen Berg das Kloster Rangdom (16. Jh.), religiöser Mittelpunkt dieser Gegend. Nun geht die Fahrt auf langsam ansteigender Straße durch sehr reizvolle Berglandschaften mit kristallklaren Bächen, kleinen Seen, Wiesen mit Enzian, Edelweiß und blauem Mohn (nur in der Nähe von Steinen wachsend, bitte nicht abpflücken) bis zum Pensi-La-Pass (4.401 m). Mit seinen 
Schneemassen schneidet er das Zanskar-Tal ca. acht Monate im Jahr von der Außenwelt ab. Im Winter mit Temperaturen von bis zu 35 Grad minus können die Bewohner Zanskars nur zu Fuß über dem vereisten Fluss Nimmu am Indus-Fluss und Leh erreichen. Vom Pass geht es steil hinunter ins Tal des Stod-Flusses vorbei an den gewaltigen Eismassen des Durung Drung-Gletschers, einer der größten Gletscher des Himalaya. Eine weite, von Bergen umgebene Talebene mit Weideflächen und kleinen Feldern öffnet sich. Bis in 4000 Meter Höhe wird hier Gerste angepflanzt. Vorbei geht es an den kleinen Dörfern Abran, Tungri, Sani nach Padam (3.455 m), der kleinen Hauptstadt Zanskars. Dort Übernachtung in einem sehr einfachen, sauberen Hotel.

8. Tag   Padum
Nach der anstrengenden Fahrt des Vortags heute geruhsamer Tagesausflug
in die nahe Umgebung Padams. Zuerst geht es in kurzer Fahrt zur Lamdon-Schule. Sie wurde von einer französischen Lehrergruppe errichtet und gilt heute als die beste Schule Zanskars. Sie erleben den Morgen-Appell, bei dem hunderte von fröhlichen Kinderstimmen das Mantra von Manjushri, dem Bodhisattva der Weisheit und Literatur, 108 Mal rezitieren. 
Nach kurzer Weiterfahrt erreichen Sie das von weitem wie ein Schwalbennest an den Berg gebaute Kloster Karsha. Es ist das größte und reichste Kloster Zanskars. Ihm gehören ca. 120 Mönche an. Dem Kloster gehören viele Felder in der Umgebung, die den Bauern verpachtet worden sind.
Phagspa Shesrab, ein Zeitgenosse des berühmten Übersetzers Lotsawa Rinchen Zangpo soll das Kloster Karsha im 11. Jh. an der Stelle eines alten, Padmasambhava zu Ehren errichteten Gebetsraums gegründet haben. Aus dieser Zeit stammt der Chamba Ling (auf dem Weg ins Hauptkloster in der Nähe von drei weißen Chörten (Stupas), ein zweistöckiges Gebäude, das dem Buddha Maitreya geweiht ist und vor ca. 30 Jahren restauriert wurde. Der weiter oberhalb gelegene Labrang, ebenfalls aus dem 11. Jh. (das Abtsgebäude) ist ein dreistöckiger Bau und enthält die zweistöckige Figur des Buddha Maitreya aus dem 17. Jh. sowie eine Darstellung des Avalokiteshvara (Tschenresi). Sehr schön sind die alten, noch gut erhaltenen Wandmalereien aus dem 11./12. Jh., die u.a. den Urbuddha Vairocana zeigen, dem auch in Alchi große Verehrung zuteil wird. Vairocana ist hier mit weißer Körperfarbe und mit vier Gesichtern dargestellt. Seine zierlichen Hüften und die betonten Körperlinien sind von der indischen Kunstrichtung jener Zeit beeinflusst.

Die Erweiterungsbauten des 15. Jh. staffeln sich am Berghang empor. Die Wandmalereien im Tschokhang (unterer Versammlungsraum) aus dem 17. Jh. stammen von Dzadpar Dorje, dem Maleryogi aus Dzongkul und sind von hohem künstlerischen Wert. Sie zeigen typische Themen der Gelugpa-Schule (Gelbmützen-Orden) wie Buddha Shakyamuni, die 16 Arhats, die 35 Buddhas der Sündenvergebung, mehrere Bodhisattvas und Tsongkapa, den Gründer dieser Schule.
Der Dukhang (die obere Versammlungshalle) zeigt am Eingang das übliche Lebensrad. Die Bemalung stammt aus neuester Zeit. Auf dem Altar stehen die Figuren von Buddha Shakyamuni und seiner zwei Hauptschüler. An den Dukhang schließt sich der Gongkhang (Schutzgottheitenraum) an. Um die Eingangstür ist die Darstellung von Yamantaka zu sehen, der seine Gefährtin umfängt. 8 Holzchörten erinnern an wichtige Ereignisse im Leben des Buddha Shakyamuni. In Glasvitrinen sind zahlreiche Bronzen erwähnenswert. Hinter einer Tür werden ein sechsarmiger Mahakala (zornig aussehende Schutzgottheit) und zahlreiche Masken für die Tanzfeste aufbewahrt. – Ebenfalls aus der Frühzeit des Klosters stammt das Tschu-Tschik-Shal-Kloster auf der gegenüberliegenden Seite des Baches. Es wird von ca. 20 Nonnen bewohnt. Der Hauptraum ist mit einer Figur des 11köpfigen Avalokiteshvara aus dem 11. Jh. geschmückt und die interessanten Fresken erinnern an Alchi. -  Auf dem Gang durch das Dorf können Sie vielleicht die Schule besichtigen, die von einer Deutschen finanziert wurde. 
Weiter geht die Fahrt zum nahe gelegenen Kloster Sani, das mit der Geschichte des Mahayana-Buddhismus eng verbunden ist und eine der legendenumwobensten und heiligsten Stätten des Westhimalaya ist. Der am Kloster stehende Kanishka-Stupa soll von dem kaschmirischen König Kanishka im 2. Jh. gestiftet worden sein. Eine Reliquie Buddhas soll sich in ihm befinden. Im 8. Jh. meditierte hier in der Nähe in einer Höhle Padmasambhava (buddhistischer Yogi) und führte machtvolle Riten aus, um schwarzmagische Kräfte und unheilvolle Naturgeister zu bannen. Auch Naropa, der spätere Gründer des tibetisch-buddhistischen Kargyüpa-Ordens, meditierte sieben Jahre hier.Zum ältesten Teil des Klosters gehört der Guru-Lakhang oder Padmasambhava-Tempel. Sein Leben und Wirken wird hier in bemalten Stuckdarstellungen geschildert. Der Naropa-Lakhang wird nur einmal im Jahr geöffnet. In ihm befindet sich eine große mit Juwelen geschmückte Figur des Heiligen und Verfassers der „Sechs Lehren des Naropa“. Der neue Teil des Klosters entstand im frühen 17. Jh. Die wunderschönen Malereien im Dukhang stammen von dem Yogi und Maler Dzadpar Dorje (18. Jh.).
Außerhalb des Klosters befindet sich einer der 8 heiligsten Verbrennungsplätze des Himalaya. Er wird heute nicht mehr benutzt und ist von einem Zaun umgeben, um die sehr alten Steinreliefs (wahrscheinlich 2. Jh.) zu schützen. Daneben steht ein neuer, großer Stupa zu Ehren des tibetischen Gurus des heutigen Meditationslehrers vom Kloster Lamayuru, Drubpon Sonam Jorphel. (26 km)

9. Tag   Padum
Auf der Ganztagsfahrt nach Stongde und Zangla stoppen wir am uralten Tempel von Pipiting, auf einem kleinen Berg inmitten der Talebene von Padam gelegen; er soll von Padmasambhava im 8. Jh. errichtet worden sein. Der heutige Bau stammt aus dem 17. Jh. Einige kunstvoll ausgeführte Fresken und Statuen lohnen den Besuch. Ob die wenigen hier wohnenden Mönche zum Öffnen anwesend sind, ist fraglich. 
Weiter geht es zum Kloster Stongde, das wie eine Burg hoch am Berg liegt und dessen Gründung vor 1000 Jahren ebenfalls sagenumwoben ist. Der heutige festungsähnliche Bau stammt aus dem 15. Jh. und wurde von dem berühmten Übersetzer Zanskars Sakya Zangpo gegründet. Im Rahmen der großen Reformbewegung wurde dann hier die Gelugpa-Schule eingeführt. Dem Kloster gehören heute ca. 60 Mönche an. Schutzgottheit des Klosters wie der ganzen Gegend ist die weibliche Göttin Paldan Llamo, deren Figur in einem Glaskasten im Gonkhang (Schutzgottheitenraum) aufbewahrt ist.
Weiter geht es nach Zangla, einem ehemaligen kleinen Königreich, das an sich keine Sehenswürdigkeit bietet außer seiner halbverfallenen Burg, von der man eine herrliche Aussicht hat und in der 1832 der ungarische Tibetologe Csoma de Koros einen Winter verbrachte. Die Bergformationen sind mit ihren Farbschattierungen hier einzigartig schön. Im Dorf lebt noch heute ein Abkomme des ehemaligen Königs von Zangla.Besichtigung des Nonnenklosters. Die ca. 20 Nonnen und Novizinnen (auch Ausländerinnen) betreiben eine Schule für die Kinder von Zangla. Sie haben sich in der kargen Landschaft Zanglas eine blühende Oase geschaffen, in der auch der einzige Aprikosenbaum Zanskars bewundert werden kann. – Rückfahrt nach Padam. (108 km)

10. Tag   Padum
Vormittags: Nach kurzer Fahrt durch das Lingti-Tal, berühmt wegen seiner heilkräftigen Kräuter, erreichen Sie Bardan. Das Kloster Bardan wurde auf einem Platz errichtet, auf dem schon in vorbuddhistischer Zeit heilige Handlungen ausgeführt wurden. Das Kloster liegt einer Festung gleich auf einem riesigen Felsblock. Der aus dem 16. Jh. stammende Bau beherbergt eine alte Maitreya-Statue aus Kaschmir aus der späten Gandhara-Zeit, der wundertätige Kräfte zugeschrieben werden. Sie befindet sich im 1. Stock des Klosters. Im Versammlungsraum im Erdgeschoss sind wunderschöne Malereien des berühmten Maleryogis Dzadpar Dorjes zu sehen. Durch das Wirken der 40 Mönche des Klosters und seine Kontakte zu bhutanesischen Klöstern des gleichen Ordens (Drukpa-Kargyüpa) ist Bardan auch heute noch eines der bedeutendsten geistigen Zentren Zanskars. (20 km)
 

Nachmittags ca. einstündige, leichte Wanderung zum über Padam gelegenen, in einem Pappelhain versteckten Kloster Stagrimo, errichtet im 18. Jh. von Chösje Nawang Gyaltsen aus Bhutan, des Vertrauten und Gurus des damaligen Königs von Ladakh und gehört wie Bardan zum Drukpa-Kargyüpa Orden. Es kann nicht vorausgesagt werden, ob die Mönche mit einer Führung durch das Kloster und die damit verbundene Störung ihres Klosterlebens einverstanden sind. Aber schon der Anblick dieses kleinen bunten Juwels in der erfrischenden, von einem Bach durchzogenen Klosteroase und der Blick von dort auf das weite Tal von Padam eignet sich gut, um Abschied zu nehmen von einem einzigartig schönen Flecken Erde.

11. Tag   Padum - Kargil
Rückfahrt (235 km) von Padum nach Kargil. Übernachtung in einem einfachen, sauberen Hotel.

12. Tag   Kargil - Lehladakh_Rizong_frauen_e.jpg (44914 Byte)
Fahrt von Kargil nach Leh (230 km) – Auf gut ausgebauter Straße geht
es in grünen Flusstälern an gelben, nackten Bergen entlang bis in der Talebene die ersten bunten Gebetsfahnen und weiß getünchte Häuser von Buddhisten erscheinen. Bald ist Mulbekh erreicht, wo das überwiegend buddhistische Ladakh beginnt. Direkt an der Straße erhebt sich ein etwa 10 m hohes aus einem Felsen herausgearbeitetes Steinrelief des Buddha Maitreya (Buddha der Zukunft) aus dem 7. oder 8. Jh., das höchstwahrscheinlich von kaschmirischen Künstlern geschaffen wurde. Zu dieser Zeit erstreckte sich das zum großen Teil buddhistische Kaschmir unter der Herrschaft von König Lalitaditya vom Norden Ladakhs bis nach Nordindien (Punjab). Die Fahrt geht über die Pässe Namika-La (3.718 m) und Fatu-La (4.094 m) zum Kloster Lamayuru (Rotmützen, Drikung-Kargyüpa-Orden). Es wurde im 11. Jh. auf einem alten Bön-Heiligtum gegründet. Es ist ein heiliger und kraftvoller Ort, der von vielen Yogis zur Meditation in den umliegenden Höhlen genutzt wird. Auch der große buddhistische Heilige Naropa (geb. 1016, gest. 1100) meditierte hier in einer Höhle, die in das Kloster integriert wurde. Am beeindruckendsten und leicht verständlich ist die schöne, 2 m hohe Statue des Tschenresi, des Bodhisattvas des Mitleids, dem beliebtesten Schutzheiligen Tibets, dessen Kopf in elf Köpfe zerspringt und der 1000 Arme mit Augen auf den Handflächen bekommt, damit er das Leid in der Welt erkennen, mitfühlen und helfen kann. 
Nach einer Rast in Kaltsi fahren Sie weiter zum Kloster Alchi, Weltkulturerbe, das im 11. Jh. von Lotsawa Rinchen Zangpo (958 -1055), dem berühmten Übersetzer und Gründer von 108 Klöstern errichtet wurde. Er hat sich vor allem um die Übersetzung der buddhistischen Texte aus dem Sanskrit ins Tibetische große Verdienste erworben, die die Voraussetzung für die Verbreitung der Lehre in Tibet und die damit einsetzende kulturelle Blütezeit war. Er verstand es, eine begeisterte Gruppe von tibetischen und kaschmirischen Künstlern zur Schaffung von Alchi zu inspirieren. Die Lage des Klosters ist einzigartig in Ladakh: es liegt in einem Aprikosenhain, im flachen Gelände und nicht trutzig auf Bergeshöhen wie die künftigen Klöster des Landes. Sein Aufbau ist der eines nicht mehr klar erkennbaren Mandala (religiöses Bildmuster zur Konzentrations- und Visualisationshilfe), das auch im Mittelpunkt der Ausgestaltung der Klosterräume steht. Ein weiterer Themenkreis sind die Darstellungen der fünf Dhyani-Buddhas. Die abgebildeten Buddhas sind in Alchi noch alle friedvoll. Erst mit dem verstärkten Einfluss Tibets werden in den folgenden Jahrhunderten auch die zornigen und Furcht einflößenden Buddhas und Bodhisattvas in die Ikonographie der Klöster aufgenommen. Dieser zornige und oft erschreckende Ausdruck soll die buddhistische Lehre schützen, die Menschen aus ihrer Lethargie wachrütteln und zu religiöser Aktivität anspornen.
Der berühmteste Tempel in Alchi ist der dreistöckige Sumtsek-Tempel. Im unteren Raum stehen in drei Nischen die ca. 4 m hohen Figuren der Bodhisattvas (Tschenresi, Buddha des Mitleids), Maitreya, Buddha der Liebe und Manjushri, Buddha der Weisheit, der immer mit einem Flammenschwert abgebildet ist, das die Wurzeln der Unwissenheit durchschneiden soll, mit den jeweils ihnen zugeordneten Buddhas, die in Miniaturmalereien die Wände voll bedecken. Interessant sind auch die Malereien auf dem Beingewand des Avalokiteshvara, die höfische Szenen aus dem damaligen Kaschmir darstellen. Auch die holzgeschnitzten Türeinfassungen zeigen typische Kunst-formen Kaschmirs: Blätter und üppiges Rankenwerk mit dem darüber gesetzen, typischen Kleeblattbogen. – Weiterfahrt nach Leh.

13. Tag   Leh
Vormittags: Gang durch das Zentrum von Leh und Aufstieg zum alten Königspalast, mit dessen Errichtung um 1600 um 1600 unter dem „Löwenkönig“ Sengge Namgyal begonnen wurde und der neun Stockwerke hat, dem Potala in Lhasa ähnlich. Sehr beeindruckend ist die weite Sicht über Leh, das Tal des Indus und die hohen, angrenzenden Berge. Der Palast birgt einige alte Tempel, die gerade restauriert werden. Auf dem Rückweg Bummel durch die Altstadt und den malerischen Bazar. Auf dem Rückweg Bummel durch die Altstadt und den malerischen Bazar.
Am Nachmittag Spaziergang zum ökologischen Zentrum, das wichtige Beiträge zum Umweltschutz leistet z.B. mit seinen Schulungen von Bauern bei der Errichtung von Miniwasserwerken. Ferner engagiert sich das Zentrum mit einigen Projekten für die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen, insbesondere in den Grenzregionen zu China.

14. Tag   Leh  Ganztagesausflugladakh_tikse_maitriyabuddha.jpg (117080 Byte)
Die auf einem Bergrücken errichtete Zitadelle Shey war schon in vorbuddhistischer Zeit Ort von Befestigungsanlagen und später jahrhundertelang die Residenz der ladakhischen Könige. Interessant ist vor allem der Shakyamuni-Tempel. Der hohe, zweigeschossige Raum enthält eine 8 m hohe Figur von Buddha Shakyamuni (historischer Buddha), die vom Sohn des Löwenkönigs zu Ehren seines Vaters 1633 gestiftet wurde. Sie ist aus getriebenem und vergoldetem Kupfer und wurde von 8 Kupferschmieden aus Kaschmir ausgeführt.
Nach kurzer Fahrt Besichtigung des Klosters Tikse. Es gehört zum Gelbmützenorden (im 15. Jh. von Tsongkhapa ins Leben gerufene einer Felskuppe errichtet. Der Berg und das sich in vielen kleinen Gebäuden hoch auftürmende Kloster wirken als Einheit und ihr Anblick vermittelt eine große Harmonie zwischen Natur und menschlichem Werk. Interessant ist die aufwendige Holzkonstruktion im Innern des Tschokhangs (Dharma-Halle). Leider nicht immer geöffnet ist der kunsthistorisch bedeutendste Raum, der weiße Tempel (der Dukhang Karpo) mit Malereien tibetischen Stils aus seiner Erbauungszeit Mitte des 16. Jh. 
Nach knapp einstündiger Fahrt geht es auf die gegenüberliegende Seite des Indus zum Rotmützenkloster Hemis, das Ende des 16. Jh. als Hauptsitz des Drukpa Kargyüpa Ordens gegründet wurde und heute zur größten und bedeutendsten Abtei Ladakhs gehört. Geistiger Vater des Ordens ist der Urbuddha Vajradhara (bildlich dargestellt: Körperfarbe dunkelblau, im Lotussitz mit überkreuz gehaltenen Armen und Vajra (Diamantzeptern) in den Händen). Die Klosterräume enthalten wertvolle, alte Fresken, Statuen, Reliquienschreine und reich verzierte Altäre. Eine besondere Attraktion des Klosters ist seit wenigen Jahren ein Museum, in dem sich seltene und kostbare Kunstschätze befinden, die dem Kloster im Laufe der Jahrhunderte von Königen und hohen Würdenträgern geschenkt wurden. – Meistens im Monat Juni finden hier die in Ladakh beliebten Maskentänze zu Ehren von Padmasambhava statt. Dabei geht es, wie in allen Maskentanzfesten in Ladakh, um die Belehrung der Zuschauer über die Vergänglichkeit des Irdischen und die Aufforderung zur intensiven Religionsausübung und Vorbereitung auf die Erscheinungen im Bardo (Zwischenzustand nach dem Tod). Außerdem wird der Sieg des Buddhismus über die früher hier herrschende schamanistische Bönreligion gefeiert. 
Am späten Nachmittag Rückkehr in Leh. (80 km)

15. Tag   Leh - Sumur/Nubra Tal
2-tägige Exkursion ins Nubra-Tal.  

 
Während der Fahrt  hinauf zum höchsten befahrbaren Pass der Welt, dem Khardungla-Pass (5.602 m), haben Sie einen herrlichem Blick auf Leh. Nach kurzem Halt auf der Passhöhe geht es hinunter in die weite Hochgebirgswüste mit sattgrünen Flussoasen des Nubra-Tals. Halt in Khalsar (3.018 m). Weiterfahrt nach Diskit, wo sich malerisch auf einer Bergspitze gelegen das älteste Kloster (16. Jh.) des Tals befindet. Von den am Berghang hinauf gestaffelten Gebäuden sehen Sie weit hinein in das breite Tal mit dem von Gletschern gespeisten Shyok-Fluss. Besichtigung der alten Wandmalereien mit den Wächtern der vier Himmelsrichtungen und Schützern der Lehre.  Während der Fahrt nach Hunder, einer Oase mit einem hübschen Dorf zwischen Bäumen und Flussarmen und einem kleinen Kloster, sind hohe Sanddünen und eventuell wilde Kamele zu sehen. Rückfahrt nach Sumur (3.096 m). Übernachtung im Bungalow. (155 km)


Wenn Sie diesen recht anstrengenden Tag geruhsam enden lassen möchten, empfehlen wir Ihnen anstelle der Fahrt nach Hunder einen Spaziergang in die schöne Umgebung von Sumur.

16. Tag   Sumur/Nubra Tal – Leh
Morgens Besichtigung des Klosters Samstemling (über 150 Jahre alt) mit einer beeindruckenden Sammlung von Thankas und sehr gut restaurierten Wandmalereien. Es wurde 1962 vom Dalai Lama geweiht. Rückfahrt nach Leh. Ankunft spätnachmittags. (125 km)

17. Tag   Lehladakh_nubra_tal_es.jpg (27530 Byte)
Kurze Fahrt zum Königspalast von Stok, der noch immer von der Königin von Ladakh und ihren Kindern bewohnt wird. In dem Gebäude ist ein Teil zum Museum ausgebaut worden, in dem sich alte Waffen, Kleidung, Schmuck und andere Kostbarkeiten des ladakhischen Königshauses befinden. (28 km)
Nachmittag zur freien Verfügung.

18. Tag   Leh - Delhi
Transfer zum Flugplatz.
Flug Leh – Delhi. Transfer zum Hotel.

19. Tag   Delhi
Vormittags
Stadtrundfahrt Old & New Delhi (ganztägig optional gegen Aufpreis). Nachmittag zur freien Verfügung. Abends Transfer zum Flugplatz.

20. Tag   Rückflug Delhi – Deutschland
Abflug von Delhi nach Deutschland. Ankunft am gleichen Tag.
ENDE DES PROGRAMMS!

Ausrüstung: Feste Schuhe, Sandalen für die Klosterbesichtigungen; wegen der intensiven Sonnenstrahlung in großer Höhe: Sonnenschutzcrème, Kopfbedeckung, Staubschutz, langärmlige Baumwollkleidung, leichter Baumwollanorak, Schlafsack. Für den Fall eines Klimasturzes: Pullover. Viel Trinken und Vitamin C helfen bei der Akklimatisierung. Aspirin. Taschenlampe für die Klöster. Bitte kein Blitzlicht in den Klöstern.

Hinweis: Die großen Höhen stellen anfangs eine nicht zu unterschätzende Belastung dar. Sie sollten sich deshalb in guter körperlicher Verfassung befinden und zur Sicherheit vor Buchung der Reise Ihren Arzt konsultieren. -  Zum guten Gelingen dieser Reise beitragen werden Ihr Verständnis und Teamgeist bei unvorhersehbaren Situationen.

Durchführung der Reise ab zwei Personen. Einzelzimmerpreis auf Anfrage!

Eingeschlossene Leistungen: Transporte: Taxis/geschlossene Jeeps, volle Verpflegung, Unterbringung in Srinagar in DZ/Bad/WC auf einem sehr guten Hausboot, in Kargil in einem der besten verfügbaren Hotels in DZ/Dusche/WC, in Zanskar in einem einfachen, sauberen Hotel im DZ/Dusche/WC, in Ladakh in DZ/Dusche/WC in einem guten Hotel von Leh, 1 Übernachtung in einem modernen, sauberen Bungalow im Doppelzimmer mit Bad/WC in Sumur im Nubra-Tal. Englischsprachige Reiseleitung (u.U. in Deutsch möglich), Eintrittskosten für die Klöster, innerindische Flüge, in Delhi Übernachtung im DZ/Frühstück im zentral gelegenen Hotel The Park http://newdelhi.theparkhotels.com/ , alle Transfers, Reisepreissicherungsschein.

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